Bildformate & Daten

Grundlagen zu Dateiformaten, Bildgrößen, Metadaten und technischer Einordnung fotografischer Daten. Ein Fotoarchiv besteht nicht nur aus Pixeln, sondern auch aus EXIF, IPTC, XMP, Sidecar-Dateien und dokumentiertem Kontext.

Bildformate als archivische Grundentscheidung

Bildformate sind nicht nur technische Dateiendungen. Sie entscheiden darüber, ob Bilder langfristig lesbar, migrierbar und mit Metadaten verständlich bleiben. Für ein Foto- und Familienarchiv sind offene Standards, dokumentierte Workflows und nachvollziehbare Formatentscheidungen wichtiger als kurzfristige Speicherplatzersparnis.

Die fachlichen Regeln dazu stehen in der Governance für digitale Archive.

DNG oder TIFF als Dateiformate im Fotoarchiv
Dateiformate sind eine Grundentscheidung für Lesbarkeit, Austausch und langfristige Archivierung.

Fotoformat, Bildgröße und Archivdatei unterscheiden

Wer nach Fotoformaten sucht, meint oft Abzugsgrößen in Zentimetern. Im Fotoarchiv ist diese Frage wichtig, aber nur ein Teil der Entscheidung: Ein Abzug beschreibt die Ausgabe, die Archivdatei bewahrt Bilddaten, Metadaten und Bearbeitungsspielraum.

Fotoabzug Seitenverhältnis Typische Mindestdaten für 300 dpi Archivische Einordnung
9 x 13 cm ca. 3:2 etwa 1.100 x 1.500 Pixel kleiner Alltagsabzug; Archivdatei nicht auf diese Größe reduzieren
10 x 15 cm 3:2 etwa 1.200 x 1.800 Pixel klassisches Fotoformat; gut für Ausgabe, aber kein Archivmaster
13 x 18 cm ca. 4:3 etwa 1.500 x 2.100 Pixel typischer Papierabzug; Zuschnitt und Seitenverhältnis bewusst prüfen
20 x 30 cm 3:2 etwa 2.400 x 3.600 Pixel größerer Abzug; ausreichend Rohdaten und saubere Metadaten werden wichtiger
A4 ca. 1:1,41 etwa 2.500 x 3.500 Pixel Dokument- und Druckformat; für Fotos oft mit Zuschnitt verbunden

Für die Ausgabe kann ein JPG in passender Pixelgröße genügen. Für das Archiv bleiben dagegen Originaldatei, Scan-Master, DNG/TIFF, XMP-Metadaten, Dateiname und dokumentierter Kontext entscheidend.

Format-Orientierung

Metadaten & Sidecar-Dateien

Bildformate unterscheiden sich nicht nur in Kompression, Farbtiefe oder Dateigröße. Entscheidend ist auch, wo die beschreibenden Informationen liegen: direkt in der Datei oder daneben als Begleitdatei.

  • EXIF: technische Aufnahmedaten wie Kamera, Objektiv, Zeit und GPS.
  • IPTC: beschreibende Informationen wie Titel, Beschreibung, Urheber und Rechte.
  • XMP: moderner Metadatencontainer für Schlagwörter, Personen, Bewertungen und Bearbeitungsinformationen.
  • Sidecars: externe Begleitdateien wie .xmp aus Lightroom oder digiKam und .json aus Google Fotos.

Für die Langzeitarchivierung ist wichtig, dass Metadaten nicht in einer einzelnen Programmdatenbank eingeschlossen bleiben. Der Google-Fotos-Takeout-Leitfaden zeigt am praktischen Beispiel, wie getrennte Bilddateien und JSON- Metadaten wieder kontrolliert zusammengeführt werden können.

HEIC, ISO-Container und Live Photos

HEIC ist im Alltag oft als Bildformat sichtbar, technisch aber Teil der HEIF-Welt und damit eher ein moderner ISO-Container als ein schlichtes Einzelbild. Solche Container können neben dem sichtbaren Bild auch Sequenzen, Metadaten und je nach Nutzung weitere Bestandteile tragen.

Besonders deutlich wird das bei Apple Live Photos. Beim Export aus Plattformen wie Google Fotos können zusammengehörige Inhalte in .jpg oder .heic und eine zusätzliche .mov- oder .mp4-Datei aufgeteilt werden. Damit diese Dateien später im Archiv nicht auseinanderfallen, müssen Aufnahmedatum, Dateibeziehung und Metadaten bewusst geprüft werden.

DNG im Scan-Workflow

DNG kann zwei unterschiedliche Rollen haben. Bei Digitalkameras steht es häufig für ein offenes Kamera-RAW. In der Digitalisierung kann DNG dagegen als linearer Rohdatencontainer für Scans dienen, etwa bei SilverFast-HDRiRAW-Workflows für Negative und Dias.

Für fotografische Quellen, Negative und Dias ist ein solcher Rohscan wertvoll, weil spätere Korrekturen von Farbe, Dichte und Staubentfernung auf einer möglichst vollständigen Ausgangsdatei aufbauen können. Für Papierdokumente ist dagegen meist eine andere Logik sinnvoll: TIFF-Master oder Scanbild als Quelle, daraus OCR-PDF/A als Arbeits- und Suchfassung.

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