Wie baue ich meine aktuelle Homepage auf?

Veröffentlicht am 5. Juli 2026 · zuletzt aktualisiert am 14. August 2026 / in Digitale Archive

Inhaltsübersicht

17. Juni 2026 / in Digitale Archive

Diese Website entsteht nicht aus einem fertigen Baukastensystem und auch nicht aus automatisch erzeugten Inhalten. Grundlage sind meine eigenen Texte, Notizen, Erfahrungen und Archivstrukturen.

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine wichtige Rolle, aber nicht als Ersatz für Inhalt, Verantwortung oder fachliche Entscheidung. Sie hilft beim Ordnen, Verdichten, Prüfen und Umsetzen. Die Inhalte selbst kommen aus meiner Arbeit, meiner Obsidian-Sammlung und meinem gewachsenen Wissensarchiv.

Ausgangspunkt: eigene Inhalte

Am Anfang stehen keine Suchmaschinen, keine Templates und keine automatischen Textgeneratoren. Ausgangspunkt sind vorhandene Inhalte: Markdown-Dateien, Notizen, Fachtexte, alte Webseiten, Dokumentationen, Projektunterlagen und persönliche Erfahrungen.

Viele dieser Inhalte sind über Jahre entstanden. Sie stammen aus praktischer Arbeit mit IT, Fotografie, Dokumentenarchiven, Familiengeschichte, Datenschutz und digitaler Organisation.

Die Homepage ist deshalb keine Sammlung beliebiger Artikel, sondern eine öffentliche Auswahl aus einem internen Wissens- und Arbeitsbestand.

Obsidian als Arbeits- und Wissensbasis

Meine Inhalte liegen zunächst textbasiert vor, vor allem als Markdown-Dateien in Obsidian. Dort werden Themen gesammelt, überarbeitet, verknüpft und inhaltlich eingeordnet.

Obsidian ist dabei nicht die Website. Es ist die Arbeitsbasis. Die Veröffentlichung im Web ist ein nachgelagerter Schritt.

Diese Trennung ist wichtig: Das interne Wissensarchiv bleibt führend. Die Website zeigt nur ausgewählte, bereinigte und veröffentlichbare Inhalte.

KI als Werkzeug, nicht als Autorität

KI-Systeme wie Google-KI, ChatGPT oder andere Recherche- und Textwerkzeuge nutze ich vor allem zur Einordnung, Strukturierung und Gegenprüfung.

Sie helfen dabei, Themen zu gliedern, Wiederholungen zu erkennen, Formulierungen zu schärfen oder fehlende Zusammenhänge sichtbar zu machen. Die fachliche Bewertung bleibt jedoch bei mir.

Grundsatz: KI unterstützt die Aufbereitung. Inhalt, Auswahl und Verantwortung bleiben beim Autor.

Gerade bei Archivthemen ist das entscheidend. Eine KI kann Vorschläge machen, aber sie kennt nicht automatisch die Quellenlage, die persönlichen Zusammenhänge oder die langfristige Bedeutung einzelner Dokumente.

Vom KI-Entwurf zum verantworteten Fachartikel

Ein Text bleibt nicht allein deshalb ein „KI-Artikel“, weil KI an einem Entwurf, an der Gliederung oder an der technischen Umsetzung beteiligt war. Entscheidend ist, was danach geschieht.

Ich lese den Artikel selbst quer, prüfe Aussagen gegen meine praktische Erfahrung und entscheide über jede sichtbare Änderung. Dabei werden unpassende Gewichtungen korrigiert, Wiederholungen entfernt, technische Aussagen präzisiert, Sicherheitsregeln ergänzt und Darstellungen so lange überarbeitet, bis sie meinen tatsächlichen Arbeitsablauf wiedergeben. Erst nach der lokalen Prüfung gebe ich die Veröffentlichung selbst frei und übertrage die geprüfte Fassung auf die öffentliche Website.

Das wurde beim Fachartikel Excire Foto – KI-Unterstützung für große Fotoarchive besonders sichtbar. Aus einer technisch aufgebauten Fassung entstand durch wiederholtes Querlesen und konkrete redaktionelle Entscheidungen ein persönlicher Praxisartikel: Das doppelte Inhaltsverzeichnis entfiel, Betriebssystemgrenzen wurden fachlich eingeordnet, Backup und XMP-Kontrolle erhielten das notwendige Gewicht, Wiederholungen wurden entfernt und die visuelle Führung wurde gezielt verbessert.

Nach diesem Prozess ist das Ergebnis kein ungeprüfter KI-Text. Es ist ein von mir geprüfter und verantworteter Fachartikel. KI und Codex bleiben Werkzeuge für Vorschläge und Umsetzung; Auswahl, fachliche Aussage, Freigabe und Verantwortung liegen bei mir.

Codex als Umsetzungswerkzeug

Für die technische Umsetzung nutze ich Codex als Arbeitswerkzeug. Aus den vorgegebenen Inhalten entstehen HTML-Seiten, interne Verlinkungen, Sitemap-Einträge, Suchindex-Einträge und kleinere strukturelle Anpassungen.

Die Website ist heute auf fünf zentrale Themenbereiche ausgerichtet:

  • Archivphilosophie – Grundsätze, Entscheidungen und langfristige Strategien
  • Digitale Archive – Dokumentenmanagement, Paperless-ngx, Mini-DMS, Langzeitarchivierung und digitaler Nachlass
  • Bilder – Fotoarchiv, Digitalisierung, Metadaten und Bildverwaltung
  • Genealogie & Familiensaga – Familiengeschichte, Quellen und genealogische Dokumentation
  • Praxis & Projekte – konkrete technische Umsetzungen, Erfahrungen und Projektberichte

Die Seitenübersicht bildet diese Struktur detaillierter ab. Einzelne Fachartikel werden zusätzlich thematisch gruppiert, damit zusammengehörige Beiträge nicht als isolierte Artikel erscheinen, sondern als nachvollziehbare Themenreihen.

Codex arbeitet dabei nicht frei im luftleeren Raum. Die Richtung kommt aus meinen Vorgaben: Welche Inhalte gehören zusammen? Was soll konsolidiert werden? Welche alte Seite kann entfallen? Wo braucht es eine eigene Seite, und wo reicht ein Abschnitt?

Der praktische Nutzen liegt vor allem in der sauberen Umsetzung vieler kleiner Arbeitsschritte. Dadurch bleibt mehr Zeit für die eigentliche inhaltliche Bewertung.

Ich denke, Codex tippt

Ein wichtiger Teil dieses Arbeitsmodells lässt sich einfach zusammenfassen: Ich denke, Codex tippt.

Gemeint ist damit nicht, dass die Website automatisch entsteht. Die fachliche Richtung, die Auswahl der Themen, die Bewertung der Inhalte und die Entscheidung, was veröffentlicht wird, bleiben bei mir. Codex übernimmt vor allem die handwerkliche Umsetzung: Dateien anlegen, HTML-Strukturen ergänzen, interne Links setzen, Suchindex und Sitemap aktualisieren, wiederkehrende Prüfungen ausführen und kleinere technische Fehler sichtbar machen.

Dadurch verschiebt sich die Arbeit. Weniger Zeit geht in mechanisches Tippen, Kopieren und Nachziehen von Verweisen. Mehr Zeit bleibt für die Fragen, die eigentlich wichtig sind: Was ist richtig? Was ist verständlich? Was gehört zusammen? Was soll auch in einigen Jahren noch nachvollziehbar sein?

Codex ist in diesem Modell kein Ersatz für Denken, sondern ein Werkzeug gegen Reibungsverluste. Es beschleunigt die Umsetzung, aber es entscheidet nicht über Inhalt, Haltung oder Verantwortung.

Statische Homepage statt CMS

Die aktuelle Website ist bewusst ohne klassisches CMS aufgebaut. Sie besteht aus statischen HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien.

Das reduziert Komplexität, Abhängigkeiten und Pflegeaufwand. Es gibt keine Datenbank, keine Plugin-Landschaft und keine automatische Inhaltslogik, die später schwer nachvollziehbar wird.

Für eine Dokumentationsplattform mit langfristigem Anspruch ist diese Einfachheit ein Vorteil. Die Seiten bleiben lesbar, kopierbar, sicherbar und bei Bedarf migrierbar.

Sicherheitsgewinn durch statisches HTML

In den Serverprotokollen sind regelmäßig automatisierte Suchversuche nach typischen WordPress-Zielen zu sehen. Scanner fragen beispielsweise wp-login.php, xmlrpc.php, bekannte Plugin-Pfade, Administrationsseiten und öffentlich dokumentierte Schwachstellen ab. Solche Anfragen richten sich meist nicht gezielt gegen meine Inhalte, sondern gehören zum allgemeinen Grundrauschen des Internets.

Bei meiner statischen HTML-Seite finden diese Scanner jedoch keine WordPress-Installation. Es gibt keinen WordPress-Kern, keine Plugins, keine Datenbank, keinen CMS-Login und keine PHP-Ausführung für die Website. Die automatisierten Anfragen enden daher üblicherweise lediglich mit HTTP 404 oder 403.

Das ist ein praktischer Sicherheitsgewinn. Jede nicht benötigte dynamische Komponente entfällt zugleich als mögliche Angriffsfläche und als später zu pflegende Abhängigkeit. Sicherheitsupdates für Betriebssystem und Webserver bleiben selbstverständlich notwendig, doch die anwendungsspezifische Angriffsfläche der Homepage ist deutlich kleiner.

Grundsatz: HTML pur ist für diese Website nicht nur archivfreundlich und wartungsarm, sondern auch sicherheitstechnisch eine bewusste und vernünftige Entscheidung.

Technischer Kern der Homepage

Der technische Kern dieser Homepage ist bewusst schlicht gehalten: normale HTML-Dateien, eine gemeinsame CSS-Datei, wenige eigene JavaScript-Dateien für Navigation und Suche sowie eine statische Sitemap. Es gibt kein CMS, keine Datenbank, keine Kommentarbereiche, keine Benutzerkonten und keine Plugin-Architektur.

Die Suche läuft ebenfalls lokal innerhalb der Website. Sie verwendet einen selbst gepflegten Suchindex als JSON-Datei und wertet diesen im Browser aus. Dafür werden keine Suchanfragen an externe Anbieter übermittelt. Die Suchfunktion dient der Orientierung innerhalb der vorhandenen Inhalte, nicht der Profilbildung.

Auch externe Abhängigkeiten werden bewusst vermieden. Die Seite benötigt keine Tracking-Skripte, keine Werbenetzwerke, keine eingebetteten Analyseplattformen und keine fremden Schrift- oder Komfortdienste, um lesbar und nutzbar zu sein. Bilder, Dokumente, Stylesheets und Skripte liegen im eigenen Webbereich.

Datenschutz beginnt hier deshalb nicht erst bei einer Datenschutzerklärung, sondern bei der technischen Architektur. Was nicht eingebunden wird, kann keine zusätzlichen Datenflüsse erzeugen. Was als einfache Datei vorliegt, bleibt nachvollziehbar, sicherbar und langfristig kontrollierbar.

Damit wird auch mein fachlicher Anspruch als Datenschutzbeauftragter sichtbar: Datenschutz ist nicht nur ein rechtlicher Text am Ende einer Website, sondern eine Gestaltungsentscheidung am Anfang. Eine saubere Seite vermeidet unnötige Datenverarbeitung, bevor sie überhaupt erklärt werden muss.

Grundsatz: So wenig Technik wie möglich, so viel Struktur wie nötig. Die Website soll Inhalte dauerhaft zugänglich machen, ohne unnötige Abhängigkeiten oder vermeidbare Datenverarbeitung zu erzeugen.

Mein jetziger Aufbau: Arbeitsplatz, NAS und Docker

Der aktuelle Aufbau ist bewusst einfach gehalten und trennt Arbeitsbereich, Veröffentlichung, Sicherung und gekapselte Dienste voneinander.

Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz ist der Ort, an dem gedacht, geschrieben, geprüft und entschieden wird. Hier liegen Obsidian, Codex, Browser, Bild- und Dateiverwaltung sowie die Werkzeuge für redaktionelle Arbeit. Inhalte entstehen nicht direkt im Webserver, sondern zunächst im Wissensarchiv.

NAS

Das NAS ist der dauerhafte Ablage- und Testort. Dort liegt die statische Website im Webbereich, und dort läuft die lokale Vorschau über den Webserver. Das NAS ist damit nicht nur Speicher, sondern der ruhige technische Mittelpunkt des Aufbaus.

Docker

Docker ist für gekapselte Dienste sinnvoll, nicht für jede Kleinigkeit. Wenn ein Dienst dauerhaft laufen soll oder klar von der normalen Arbeitsumgebung getrennt werden soll, gehört er in einen Container. Für die statische Homepage selbst ist Docker nicht zwingend nötig; sie besteht aus Dateien. Für ergänzende Dienste, Tests oder spätere Hilfsdienste kann Docker aber eine saubere Grenze schaffen.

Zusammenspiel

  • Die fachlichen Quellen liegen als Markdown-Dateien im Obsidian-Wissensarchiv.
  • Die veröffentlichte Website liegt als statische HTML-Struktur auf dem NAS im Webbereich.
  • Der NAS-Webserver dient zugleich als Vorschau für die aktuelle Homepage.
  • Die reguläre Datensicherung schützt Wissensarchiv, Website-Ausgabe und Arbeitsstand.
  • Die zentralen Hilfswerkzeuge liegen getrennt vom öffentlichen Webbereich in einem internen Entwicklungsbereich.
  • Ein Build-Skript erzeugt die Dienstleistungsseiten, aktualisiert CTAs, Suchindex und Sitemap und prüft Links, H1-Struktur und doppelte CTAs.

Damit gibt es keine dauerhaft laufende lokale Entwicklungsumgebung auf dem Arbeitsplatz, keine Datenbank und keinen CMS-Administrationsbereich. Die Seite bleibt als Dateisystem verständlich: Quellen, Ausgabe, Werkzeuge, Vorschau und Sicherung sind getrennt, aber nachvollziehbar miteinander verbunden.

Praktisch bedeutet das: Ich kann Inhalte in Obsidian denken und strukturieren, Codex für die technische Umsetzung nutzen, die fertigen Seiten über den NAS-Webserver prüfen und die geprüfte Fassung anschließend selbst extern übertragen. Die reguläre Datensicherung bleibt davon getrennt.

Das eigentliche Prinzip

Der Aufbau dieser Homepage folgt demselben Grundsatz wie meine Archivarbeit: Erst werden Inhalt, Ziel und Struktur geklärt. Danach werden Werkzeuge eingesetzt.

Obsidian, Google, ChatGPT, Codex, HTML und Suchindex sind dabei Hilfsmittel. Sie ersetzen nicht die Entscheidung, was dokumentiert werden soll und warum.

Die Website ist damit selbst ein Beispiel für digitale Archivpraxis: Inhalte sammeln, prüfen, konsolidieren, verlinken und in einer langfristig nutzbaren Form veröffentlichen.

Der Aufbau dieser Homepage ist kein isoliertes Experiment. Er folgt in jedem Detail den übergeordneten Prinzipien der Archivphilosophie und den klaren Regeln der Governance für digitale Archive.

Hinweis

Dieser Beitrag beschreibt meinen aktuellen Arbeitsstand beim Aufbau von beuchel-online.de. Er ist keine Anleitung für ein bestimmtes Werkzeug, sondern eine Einordnung des Zusammenspiels aus eigenem Wissensarchiv, KI-Unterstützung und statischer Veröffentlichung.

Persönliche Unterstützung

Dieser Artikel vermittelt die fachlichen Grundlagen. Wenn Sie die beschriebenen Methoden auf einen konkreten Bestand oder ein bestehendes System übertragen möchten, finden Sie ergänzende Informationen unter Dienstleistungen.